Gemeinsam gegen Neonazis beim 1. Filmtour-Treffen „Vernetzt Euch!“ in Weimar

Vom 04. bis 06. April trafen sich in Weimar ca. 40 Bündnisse und Initiativen aus ganz Deutschland, die sich gegen Neonazis und für ein buntes, vielfältiges Zusammenleben engagieren. Veranstalter war das Freiburger Team von FilmFaktum, das hier in Weimar vor zwei Jahren die Filmtour des Dokumentarfilms „Blut muss fließen“ – Undercover unter Nazis startete. Auf der Tour haben die VeranstalterInnen die Initiativen vor Ort – also auch bei uns in Neumünster (am 18./19.04.2012 sowie am 18./19.11.2012) – kennengelernt, nun eingeladen und mit dieser Networking-Veranstaltung versucht, eine gemeinsame Haltung gegen Neonazismus zu entwickeln und für eine bunte, lebendige Demokratie zu werben. Tagungsort war die wunderschöne Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW), die den TagungsteilnehmerInnen herrliche Zimmer, viel frische Luft, Grün, wunderbares vegetarisches und veganes Essen, packende Gespräche im „Kaminzimmer“ und noch viel mehr bot.

Gerberstraße in Weimar
Gerber 1 und 3

In diesem Interview mit "Radio Lotte" aus Weimar kommt der politische Filmemacher Peter Ohlendorf zu Wort:

Thälmann-Denkmal auf dem Buchenwaldplatz in Weimar

In AGs haben wir uns mit Neonazismus in der Stadt oder auf dem Land beschäftigt und Konzepte entwickelt, was gegen Deutschtümelei, Fremdenhass und Geschichtsrevisionismus zu tun ist. Alle TeilnehmerInnen waren sich einig, dass sie eine Aufgabe eint: unermüdliches Engagement und breiter Widerstand gegen bestehende Nazistrukturen mit ihrer Hasspropaganda und präventive Arbeit gegen rechte Gewalt. Am ersten Abend waren die TeilnehmerInnen live zu Thomas Kuban, dem Undercover-Filmer des Films „Blut muss fließen“, geschaltet, der einen Rückblick auf seine Arbeit präsentierte.

Am darauffolgenden Samstag haben wir uns intensiv in den AGs Neonazismus in der Stadt, Neonazismus auf dem Land, Musik (insbesondere Frei.Wild), Lebenswelt Demokratie und Organisation des Widerstands betätigt. Am Abend haben wir dann ausgelassen zur Musik und zum Sprechgesang des Berliner Rappers „Kobito“ getanzt und nebenbei noch viel diskutiert.

Forderung an uns, die Zivilgesellschaft, die Medien und an die Politik für Vernetzung und mehr Demokratie!

In offenen Begegnungen haben wir uns ausgetauscht, Kontakte geknüpft und unsere Engagements vorgestellt, beispielsweise die BgR-Dokumentation „Braune Falle(n)“. Hierbei haben wir neue Wege und Strategien entwickelt, um die Politik zu kompromisslosem Handeln gegen jede Form von Neonazismus zu bewegen.

Natürlich soll eine solche Tagung auch „etwas bringen“ (heutzutage muss ja alles eine Leistung haben…), deswegen war unser Anliegen klar: einen Forderungskatalog mit unseren Ergebnissen zu präsentieren, der interessierten Stellen vorgelegt werden kann. Hier präsentieren wir nun unsere „Weimarer Resolution“:

Auf Wiedersehen in Weimar?