Der Missio-Truck in Neumünster – ein Rückblick

KATHOLISCHE PFARREI ST. MARIA - ST. VICELIN
Pressemitteilung

 

Gemeindereferent
Thorsten Tauch

Durch die Medien erfahren wir täglich von den weltweiten Kriegsherden. Ebenso vergeht kein Tag, an dem nicht irgendwo von Flüchtlingen die Rede ist. Und doch hat sich etwas in den letzten Wochen stark verändert. Die Menschen vom anderen Ende der Welt flüchten sich zu uns, in der Hoffnung, hier in Europa, ein friedvolles Leben führen zu können.

Die Belegung der Neumünsteraner Landesunterkunft mit fast 500 Menschen und zusätzlich geschaffenen Zeltunterkünften verdeutlicht, wie sehr sich die Flucht aus den Krisengebieten auf uns auswirkt.

Das Menschen aus ihrem Land flüchten müssen, ist eine Tatsache, die zu allen Zeiten gegeben ist. Gleichzeitig stellt diese Flüchtlingswelle für die Gemeinden und Städte eine große Herausforderung dar. Neben den organisatorischen Fragen, wo die die Flüchtlinge adäquaten Wohnraum finden und wie die Gemeinden die Versorgung sicherstellen können, stellt sich auch eine persönliche Frage, wie eine jede und ein jeder von uns mit Menschen umgeht, die hier nach Schleswig-Holstein flüchten.
Das Hilfswerk Missio ist seit vielen Jahren in den weltweiten Krisengebieten aktiv und mit der Thematik vertraut. Um mehr Menschen, insbesondere junge Menschen, für das Thema Flüchtlingshilfe zu sensibilisieren, hat das Hilfswerk Missio vom 11.-13. September eine mobile, multimediale Ausstellung – der Missio-Truck – in Neumünster auf dem Großflecken bereitgestellt.

Mit dieser Ausstellung trägt das Hilfswerk dazu bei, die Situation der Menschen auf der Flucht zu verstehen. Hier in Neumünster waren es Schulklassen, Jugendgruppen und vor allem Einzelpersonen, die auf dem multimedialen Flüchtlingspfad der Ausstellung einen kleinen Eindruck davon gewinnen konnten, welche Odyssee Flüchtlinge erleben müssen. Die Ausstellung sorgte bei vielen BesucherInnen für eine deutliche Anteilnahme und Mitgefühl, für Menschen, die eben nicht in einer „heilen Welt“ leben können. In den Gesprächen nach dem Ausstellungsbesuch war Mitleid mit den Menschen sowie Angst davor, die Menschen hierzulande nicht entsprechend versorgen und betreuen zu können, ein durchgängiges Thema. Einige BesucherInnen brachten auch ihre persönliche Lebensgeschichte ein, die ebenso im Familien- und Freundeskreis von einer Flucht geprägt war.

Gerade die Jugendlichen, bei denen das Thema „Flucht“ im eigenen Alltag keine Rolle spielt, waren von der Ausstellung begeistert. Vanessa, ein 14-jähriges Mädchen aus Neumünster, sagte im abschließenden Gespräch zu uns: "Ich habe mir das gar nicht vorstellen können, was Flucht bedeutet. Hier im Truck hatte ich das Gefühl, als wäre ich dabei." Auch ein Jugendlicher, der mit seiner Klasse aus der Wilhelm Tank Schule den Truck besuchte, berichtete uns, er habe sich vor Schreck und Angst, ducken müssen.

Die Erfahrungen aus den Gesprächen am Truck verdeutlichten, dass „Flucht“ und die daran verknüpften Problemstellungen auch in der Zukunft für Neumünster ein Thema sein sollten. Die ersten Ideen zu einer Projektwoche mit der Einbeziehung einzelner Schulen sind bereits vorhanden.