Neumünster zwischen Burka und Bikini

Am Vorabend des 8. Mai nähert sich der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie seinem Thema „Xenophobie / Intoleranz / Aggression“ auf humoristische Art und Weise. Indem der Hamburger Kabarettist Kerim Pamuk mit seinem Programm „Burka & Bikini“ über das „Vertraute im Fremden“ und das „Fremde im Vertrauten“ erzählt, bringt er sein Publikum nicht nur ins Grübeln sondern auch zum Lachen – über die eigenen Denk- und Verhaltensweisen! „Das ist es, was wir an diesem Abend erreichen wollen, dass Neumünsteraner mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam über sich selbst und über die Anderen lachen und sich dabei von ihren Vorurteilen befreien können“, sagt Frau Schwede-Oldehus, die den türkischstämmigen Pamuk, der sich selbst als „päpstlicher als der Papst“ oder „deutscher als der Deutsche“ karikiert, ins Neumünsteraner Statt-Theater geholt hat.

„Ob Muslime, Christen, Aleviten oder Freigeister – alle werden auf ihre Kosten kommen“, ist sich der veranstaltende Runde Tisch sicher, der sich seit einigen Monaten schwerpunktmäßig auch mit dem religiös motivierten Extremismus beschäftigt, um hier ebenso Präventionsprojekte zu erarbeiten wie gegen den Rechtsextremismus.

In seiner Rede vor dem deutschen Bundestag hatte der - erst kürzlich verstorbene - ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1985 den 8. Mai zum „Tag der Befreiung“ erklärt, was er für viele Menschen und in vielen Ländern schon immer gewesen ist. Denn mit dem Sieg der Alliierten und der Kapitulation der deutschen Wehrmacht wurden alle Menschen in Europa von der Geißel des Krieges und von der faschistischen Gewaltherrschaft befreit. Doch erst 40 Jahre später war es möglich geworden, diese Wahrheit zum (west-)deutschen Selbstverständnis zu deklarieren. „Wenn Sie sich die letzten Zeilen aus Weizsäckers Rede anschauen, wissen Sie, warum dem Runden Tisch der 8. Mai ein so wichtiges Datum ist, und erkennen die Aktualität dieser Rede, die vor immerhin 30 Jahren gehalten wurde“, sagt Dr. Christof Ostheimer aus der Lenkungsgruppe des Gremiums und zitiert das frühere christdemokratische Staatsoberhaupt:

„Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Hass zu schüren.Die Bitte an die jungen Menschen lautet:Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft uand Hassgegen andere Menschengegen Russen und Amerikaner, gegen Juden oder gegen Türken.Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.Ehren wir die Freiheit.Arbeiten wir für den Frieden.Halten wir uns an das Recht.Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit.“

Donnerstag, 07.05., 20:00 Uhr, Statt-Theater, Haart 224

Eintritt: 10,-/ 5,- €, Vorverkauf durch Hieronymus-Buchhandlung, Kuhberg 9 und Kinder- und Jugendschutzbüro, Boostedter Straße 3
www.nms-bunt-statt-braun.de
www.kerimpamuk.de