Aus aktuellem Anlass musste die beliebte Seite mit den Walter-Erben-Fotos vom Nordmarktreffen 1955 kurzfristig nach www.nms-bunt-statt-braun.de/nordmarktreffen umziehen!


Weitere Berichte unter Presse/Aktuell.


Aufruf des BgR: Bunt statt Braun: Let’s do it again!

WANN: 16.01.2016, 12.30 Uhr

WO: Kreisel Legienstr./Stegerwaldstr. (Hans-Böckler-Siedlung)

MOTTO: Rechte Hetze am Kantplatz stoppen: kein Naziaufmarsch in Neumünster!

Vor genau 20 Jahren, am 16. Januar 1996, brannte die Asylunterkunft in der Lübecker Hafenstraße 52 komplett aus. Zehn Asylbewerber starben in den Flammen, darunter sieben Kinder. Die mutmaßlichen rassistischen Brandstifter wurden freigelassen. Heute, 20 Jahre später, erinnert manches wieder an die Situation der frühen Neunziger Jahre. 2015 wurden in Deutschland bis Mitte November über 1600 überwiegend rechts motivierte Delikte gezählt, die im Zusammenhang mit der "Unterbringung von Asylbewerbern" stehen. Die Tendenz ist bereits seit Längerem steigend: 2012 zählte die Polizei noch 62 Delikte rund um die "Unterbringung von Asylbewerbern", 2013 waren es dann 399 und 2014 bereits 895. Die widerliche Hetze von Nazis hat wesentlich dafür gesorgt, dass die Zahl der Verbrechen auf das 25-fache gestiegen ist. Das ist übrigens die einzige Kriminalität, die signifikant angestiegen ist. Deshalb sollten wir uns den Nazis entgegenstellen, wenn sie versuchen, Proteste à la PEGIDA nach Neumünster zu holen und den rassistischen Mob zu entfesseln.

Wir haben konkrete Infos zu einer geplanten Zusammenrottung von Nazis auf dem Kantplatz:

Die stationäre Kundgebung des neonazistischen Zusammenschlusses "Neumünster wehrt sich" ist von 13:30 Uhr bis 16:00 Uhr angemeldet. Deren Teilnehmer treffen sich auf der südöstlichen Ecke des Kantplatzes.

Um der rassistischen Kontinuität entgegenzutreten und den Nazis nicht die Plätze zu überlassen, wollen wir uns vom Bündnis gegen Rechts Neumünster am Sonnabend, den 16.1. 2015 um 12:30 Uhr am Kreisel treffen und gegen jede Form rassistischer Stimmungsmache, gegen weitere Verschärfungen des Asylrechts, gegen PEGIDA, Alfa, AfD und NPD demonstrieren.

Bringt Instrumente zum Alarmschlagen mit!
Achtet auf Ankündigungen und Updates auf dieser Seite!

Diesen Aufruf findet Ihr hier als PDF zum Weiterverbreiten an Freunde, Bekannte und Verwandte!

Der Holsteinische Courier berichtete heute in einem längeren Artikel zu den vom Bündnis geplanten Aktionen: Artikel HC 14.01.2016.


Erklärung des RT-TuD: Neumünster – Unsere Stadt bleibt weltoffen

Die Lenkungsgruppe des „Runden Tisches für Toleranz und Demokratie RT-TuD, Neumünster“ erinnert heute an den 20. Jahrestag des verheerenden Brandes in der Hafenstraße in Lübeck. Am 18.01.1996 hatten vermutlich Rechtsradikale Feuer an ein Haus mit über fünfzig Flüchtlingen gelegt. Zehn Menschen, die nach Deutschland gekommen waren, um hier Schutz zu suchen, kamen elend in dem Flammeninferno um. Die Täter wurden damals völlig unzureichend ermittelt und verfolgt. Zusammen mit dem DGB, der Nordkirche, dem Landesfeuerwehrverband, dem Bündnis gegen Rechts Neumünster und vielen anderen Bündnissen haben wir in einer Resolution des Beratungsnetzwerkes beim Innenministerium dazu aufgefordert, „fremdenfeindliche Stimmungsmache nicht zu verharmlosen oder gar durch populistische Parolen zu verstärken. Rechtswidrige Äußerungen und Aktionen müssen mit der Kraft der Strafgesetze verfolgt werden. Flüchtlingsunterkünfte müssen vor Aktivitäten mit volksverhetzendem Charakter wirksam geschützt werden.“

Gleichzeitig sind wir empört und verärgert über das aktuelle Verhalten einiger Flüchtlinge, das dem Zusammenleben in unserer offenen Gesellschaft absolut unzuträglich ist. Wir rufen dazu auf, dies Verhalten nicht zu vertuschen, sondern offen anzuklagen, mit allen rechtlichen Konsequenzen, wo immer es auftritt. Allerdings ist auch eine Aufklärung über die hier geltenden Werte und das Selbstverständnis von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft unerlässlich.
Eine Gleichsetzung der Flüchtlinge mit Kriminellen weisen wir jedoch entschieden zurück. Wer sich dieser schlichten Sichtweise anschließt, hat schon die Lunte an die nächste Unterkunft gelegt oder betreibt das Geschäft der Flüchtlingsjäger in den Straßen.

In diesem Zusammenhang schauen wir auch mit Sorge auf die von einem Neonazi für den kommenden Sonnabend um 13.30 Uhr angemeldete Demonstration in der Böcklersiedlung.
Hier wird mit Sicherheit erneut versucht werden, eine Stimmung der Verunsicherung und Angst zu schüren und  zu verstärken, um sie dann für die eigenen Zwecke zu nutzen. Wir hoffen, dass kaum jemand der offensichtlichen Fremdenfeindlichkeit und dem Ausländerhass auf den Leim geht. Andere werden es sich nicht nehmen lassen, vor Ort für Offenheit und Gastfreundschaft zu werben. Wir treten nach wie vor ein für Menschen, die nach schlimmen Erfahrungen Schutz und Hilfe brauchen.

Unsere Stadt bleibt weltoffen.
 
Neumünster, 12.01.2016
                                    
Lenkungsgruppe des RT-TuD
Propst Stefan Block, Sabine Krebs, Henning Möbius, Dr. Christof Ostheimer