Gegendemo des BgR am 23.4. in Anbetracht der kurzen Mobilisierungsphase ein Erfolg

Trotz diverser Parallelveranstaltungen, an denen Bündnismitglieder teilgenommen haben, wie beispielsweise den Landesparteitagen der SPD, der Linken und der Grünen sowie der Anti-TTIP-Demo in Hannover, konnten viele "neue Gesichter" wahrgenommen werden. Das Bündnis gegen Rechts verbucht die Gegendemo am letzten Wochenende ganz klar unter Erfolg.

Als Redner konnte Robert Habeck, der stellvertretende Ministerpräsident, gewonnen werden, der kurzzeitig den Landesparteitag in der Stadthalle verließ und zu uns stoß. Auch Konstantin von Notz, Bundestagsabgeordneter der Grünen, war vor Ort. Stefan Schmidt, Flüchtlingsbeauftragter des Landes, Thorsten Klimm für die SPD, Dietrich Mohr für den Jugendverband, Dr. Christof Ostheimer für den Runden Tisch, Heiner Wadle für das Bündnis gegen Rechts und Katrin für die Antifa Kiel ergänzten das Forum der Rednerinnen und Redner. Aus Kiel war weiterhin der Schriftsteller und Künstler Feridun Zaimoglu zu den Protesten angereist.

Nun steht der 1. Mai unter dem Motto "Zeit für mehr Solidarität" vor der Tür. Das BgR ist - wie immer - dabei, wir machen unseren Infostand und halten die Augen offen!

Siamo Tutti Antifascisti!

Quelle: Screenshot NDR.de
Quelle: Screenshot SHZ.de

Kundgebung gegen rassistische Hetze von Nazis am 23.04.2016

Neumünster:  Ein Platz für Flüchtlinge.
Kein Platz für Nazis! - Let’s do it again!

Flyer zum Downloaden und Verteilen

Stellungnahme des Runden Tisches für Toleranz & Demokratie der Stadt Neumünster

Wann:        23.04.2016, 13 Uhr
Wo:            Rudolf-Weißmann-Str./Ecke Ringstraße

Neumünster: Kein Platz für Nazis!

Das Bündnis gegen Rechts (BgR) Neumünster, ruft zum 23. April 2016, um 13:00 Uhr, erneut zu einer Kundgebung auf, um der von einem neonazistischen Zusammenschluss „Neumünster wehrt sich“ angemeldeten Veranstaltung in der Innenstadt von Neumünster entgegenzutreten.

Die Rechtsextremisten rufen erneut zu einer Kundgebung/Demonstration für den 23. April ab 14.00 Uhr auf.

Wir treten gegen jede Form rassistischer Stimmungsmache, gegen weitere Verschärfungen des Asylrechts und gegen PEGIDA, AfD und NPD ein und wollen den Nazis nicht den Raum für ihre menschenverachtende und verlogene Politik überlassen.

Wir bitten Euch, unseren Termin für eine Gegenveranstaltung vorzumerken und über Eure Netzwerke zu verbreiten. Die Konkretisierung erfolgt kurzfristig, sobald wir nähere Informationen haben. Bitte auch die Aktualisierung kurzfristig weitergeben.

Erfolgreiche Gegenaktionen

Allein im letzten halben Jahr haben wir 4 Gegenaktionen trotz mancher organisatorischer Schwierigkeiten mit Erfolg durchgeführt. Das aktuellste Beispiel ist:
Am 28. 2. 2016 haben wir mit gezählten 360 Menschen aus Neumünster und noch mit einer Verstärkung von ca. 200 Leuten aus Kiel/Hamburg erfolgreich gegen die Nazis demonstriert. Da die Nazis an dem Tag gekniffen haben, konnten wir ungestört bei schönstem Sonnenschein mit einer Band und einigen Redebeiträgen diesen Erfolg feiern. Bisher konnten die Nazis nur einmal ungestört ihre Hetze verbreiten, als in Kiel eine große Demo gegen Nazis mit ca. 10 000 Menschen stattfand und alle nach Kiel gefahren sind. Wir wollen sie weiterhin bei der Verbreitung ihrer verlogenen Hetze behindern, nach Möglichkeit wollen wir es mit friedlichem, zivilen Ungehorsam verhindern. Die Nazis brauchen Frusterlebnisse.

Basis des Rechtspopulismus

Diverse soziologische Studien und Wahlanalysen zeigen, dass der Faschismus die Radikalität der von Abstiegsängsten geplagten bürgerlichen Mitte ist. Sie bildet die Massenbasis für den historischen und heutigen Faschismus und Rechtspopulismus. Es sind jene spießigen und egoistischen Unmenschen, die eine Flüchtlingsunterkunft anzünden, weil sie befürchten, dass ihr Haus, dass sie gar nicht verkaufen wollen, an Wert verlieren könnte.

Für eine weltoffene, sozial gerechte und demokratische Gesellschaft

Die im Bündnis gegen Rechts zusammengeschlossenen Verbände, Organisationen und Parteien und Einzelpersonen sehen mit Sorge einen Wandel des politischen Klimas. Die aus der Angst vor sozialem Abstieg entstehende Wut wird von Rechtspopulisten in rassistische Bahnen gelenkt. Sündenböcke werden aufgebaut. Die Hetze „besorgter Bürger“ wird von Teilen der Politik aufgegriffen und befeuert. Einheimische Arbeitnehmer-innen befürchten gegen Flüchtlinge als Niedriglöhner ausgespielt zu werden. Sie sollten gemeinsam für bessere Bedingungen kämpfen!

Wir treten für eine weltoffene, sozial gerechte und demokratische Gesellschaft ein.

 

Wir brauchen einen Aufstand der Anständigen

V.i.S.d.P.  H. Wadle
Postfach 1127
24595 Boostedt

Stellungnahme des Runden Tisches für Toleranz & Demokratie zur fremdenfeindlichen Kundgebung

Propst Stefan Block
Propst des ev.-luth. Kirchenkreises Altholstein

Mitglied der Lenkungsgruppe des Runden Tischs für Toleranz und Demokratie


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger Neumünsters,

am morgigen Samstag, dem 23. April plant eine sogenannte „Bürgerbewegung Neumünster“, eine Plattform mit offensichtlich ausländerfeindlichem Hintergrund, eine Kundgebung in unserer Stadt.

Unter dem Motto „Neumünster wehrt sich“ diffamiert diese verblendete Gruppe Menschen als „Betrüger“ und als angebliche „Gefahr für Frauen und Kinder“, die vor Krieg, Zerstörung und Tod auf lebensgefährlichen Wegen zu uns gekommen sind. Sie beschimpft Menschen, welche ihr Leben und das ihrer Familie vor dem islamistischen Terror in unsere Stadt gerettet haben, als eine angebliche Vorhut der „Islamisierung unserer Gesellschaft“. Sie verunglimpft unsere Werte von Humanität und Toleranz als Anfang einer angeblichen Unterwerfung unter eine phantasierte „fremde Macht“.
Als Christ und evangelischer Propst in unserer Stadt kann ich solche Hetzparolen nicht unwidersprochen stehen lassen. Ich erinnere an die Mahnung der Bibel:  „Wenn ein Fremder bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst. Denn ihr seid auch Fremde gewesen in Ägypten.“ (3 Mose 19,33).
Gemeinsam mit den am „Runden Tisch für Toleranz und Demokratie“ versammelten Verbänden und Organisationen, ja gemeinsam mit der übergroßen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Neumünsters sage ich: Wir stellen uns gegen jede rassistische und fremdenfeindliche Propaganda in unserer Stadt, gegen jedes Schüren von unsinnigen Ängsten und niederen Instinkten. Wir bekennen uns stattdessen zu den Werten unseres Grundgesetzes, zur Unantastbarkeit der Menschenwürde und der Menschenrechte, zur Gleichheit aller Menschen und zum Recht auf freie Religionsausübung!
Deshalb, liebe friedliebenden und menschenfreundlichen Mitbürgerinnen und Mitbürger: Lasst nicht zu, dass der offene und zugleich wertebewusste Geist in unserer Stadt durch Hasspropaganda einer vermeintlichen „Bewegung“ überschattet wird, die wahrhaftig nicht für die Mehrheit der Menschen dieser Stadt spricht! Tretet ein für ein weltoffenes, sozial gerechtes, gewaltfreies und demokratisches Miteinander in unserer Stadt!

Stefan Block, Propst

Neumünster, den 22.04.2016